„Marla ́s roter Luftballon“

Im Rahmen unser Vorschularbeit behandeln wir mit unseren „Pfiffikussen“unter anderem die vier Elemente „Feuer, Erde, Wasser, Luft“.Über mehrere Wochen beschäftigen wir uns jeweils mit einem Element. Wir experimentieren und forschen, sind kreativ tätig, singen und lesen und vieles mehr. Zum Abschluss eines jeden Elementes unternahmen wir bisher immer einen gemeinsamen Ausflug. Zum Thema Luft führte uns dieser jedes Jahr zum Flughafen Köln- Bonn. Die dortigen Mitarbeiter haben sich stets viel Mühe gegeben, um uns alles zu zeigen, zu erklären und uns kindgerecht die Arbeit und den Ablauf am Flughafen näher zu bringen.Dieser Besuch war für alle Pfiffikusse immer ein Highlight und so fieberten sie ihm in jedem Jahr entgegen.In diesem Jahr ist leider alles ganz anders!Durch die Covid 19- Pandemie sind Ausflüge erst einmal nicht möglich. Um unseren Kindern trotz Einschränkungen einen wertvollen Kindergartenalltag zu ermöglichen, ist viel Ideenreichtum und Flexibilität erforderlich.So ist es uns auch wichtig, ihnen weiterhin eine abwechslungsreiche Vorschularbeit anzubieten und jedes Element mit einem besonderen Ereignis abzuschließen.Da wir vorher schon gemeinsam überlegt hatten, warum die Luft wichtig ist, wo man sie überall findet und was alles fliegen kann, wollten wir jetzt erfahren, welche Strecke unsere Luftballons wohl zurücklegen können.Wir beschlossen, Luftballons mit Helium zu füllen und auf die Reise zu schicken.So trafen sich alle unsere Pfiffikusse Anfang Dezember, um am „Wettfliegen“ teilzunehmen.Jedes Kind wählte den Luftballon in seiner Lieblingsfarbe aus und gestaltete dazu einen kleinen Brief. Die Kinder schrieben ihren Namen darauf und malten wunderschöne Bilder dazu.Einige malten sogar ihre Weihnachtswünsche darauf… man kann ja nie wissen, ob der Luftballon es sogar bis zum Christkind schafft….Wir waren ganz schön aufgeregt, als wir zusammen im Park des Altenheimes standen, um dort alle Ballons auf die Reise zu schicken. Viele Fragen beschäftigten die Pfiffikuskinder:- Ist der Luftballon stark genug, um mit der Botschaft daran in den Himmel zu steigen?- Bleibt mein Luftballon in den Ästen des Baumes hängen?- Platzt der Ballon vielleicht, weil er eventuell mit einem Vogel zusammen stößt?

Gemeinsam sangen wir das Lied vom „Großen, roten Luftballon“ und ließen unsere bunten Nachrichten in den Himmel steigen. Lange, lange konnten wir ihnen hinterher schauen, bis nur noch winzige Punkte zu sehen waren.Jetzt hieß es Daumen drücken und warten.Wir hatten Glück. Genau nach einer Woche kamen die ersten Nachrichten von netten Findern, die unseren Kindern zurückgeschrieben hatten.Ein Luftballon wurde in Niederkassel von einem Mädchen gefunden, welches uns zurück geschrieben und ein Foto von sich beigelegt hatte. Zwei Luftballons sind in Bornheim gelandet. Einer wurde auf einem Apfelhof gefunden und ein zweiter war auf einer Wiese von einer Spaziergängerin entdeckt worden, die einem matschigen Weg ausweichen wollte.Nur vom Christkind haben wir bisher noch nichts gehört 😉 Von 21 Luftballonbriefen, haben wir bisher vier Rückantworten erhalten und wir hoffen, dass der eine oder andere Brief vielleicht trotz Regen und Schnee noch gefunden wird. Die größte Überraschung aber war bisher, dass unsere erste Post vom Flughafen Köln/ Bonn kam. Ein Mitarbeiter des Flughafens hatte auf einer morgendlichen Routinefahrt über das Rollfeld etwas Rotes „blitzen“ sehen. Es war Marlas roter Luftballon. Wenn auch wir dieses Jahr nicht zur Besichtigung dorthin aufbrechen konnten, hatte es wenigstens einer unserer Luftballons dorthin geschafft. Die Freude war riesengroß, als uns ein ganz herzlicher Brief dieses Mitarbeiters in einem großen Paket mit vielen Büchern über den Flughafen, Kugelschreibern, einer Tasse und vielem mehr erreichte. Wir freuen uns jetzt schon darauf, im nächsten Jahr hoffentlich wieder selbst den Flughafen mit unseren Pfiffikussen besuchen zu dürfen. Vielleicht können wir uns dann die Stelle ansehen, wo unser roter Luftballon gelandet ist.Auf jeden Fall haben uns diese bunten Luftballons, trotz Corona-Einschränkungen, viel Freude und Hoffnung geschenkt.

Nicole Hermel und Natalie Junker